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Die Geschichte der Übersetzung (ein kurzer Abriss) PDF Drucken E-Mail

Cicero zum Bespiel, der bekannte wortgewandte römische Redner nahm sich die Freiheit, ausgehend vom griechischen Vokobular neue lateinische Wörter zu erfinden. Ihm ist es damit sozusagen gelungen, die schon « morschen Rahmen seiner Sprache zu sprengen » 1 ». Seine Übersetzungen waren ausschlaggebend und haben Ciceros Epoche geprägt.

 

Heutzutage erscheint es uns unmöglich, dass ein uns interessant und wesentlich erscheinender Text in seiner Herkunftssprache « eingeschlossen » bleiben könnte, dass er nicht in eine andere Sprache übertragen und von Lesern, die seine Ursprungssprache nicht beherrschen, nicht gelesen werden könnte. Aus diesem Grund wurde und wird der Übersetzung immer größere Bedeutung beigemessen und dies in allem Bereichen, ganz gleich, ob es sich um Literatur, Industrie oder um Natur- und Sozialwissenschaften, usw. handelt.

Allerdings hat sich die Art und Weise des Übersetzens verändert : von der oben erwähnten wörtlichen Übersetzung, über die belles infidèles (wörtlich : « die schönen untreuen »... Worte) des 18. Jhdts. bis hin zu neueren Strömungen. Ich will nur nur kurz auf die Mode der « belles infidèles » eingehen : im 18. Jhdt. bezeichnete dieser Ausdruck eine verschönende Art und Weise der Übersetzung : der Übersetzer bemühte sich, eine schöne französische Ankunftssprache zu erhalten und er veränderte dementsprechend seine Übersetzung, d.h. er passte sie an, indem er z.B. im Originaltext enthaltene Schimpfwörter oder als zu grobschlächtig empfundene Textstellen verschönt, oder aber, indem er Textstellen, die im Original nicht genau erläutert sind, expliziter erklärt.

Auch heute noch wird über Treue und Freiheit in der Übersetzung sowohl zwischen Übersetzern selbst, als auch in der Fachliteratur heiß und kontrovers diskutiert.

Die Aspekte der Treue und der Freiheit in der Übersetzung wiederum haben jedoch keinerlei Bedeutung für die technische Übersetzung, in der die Treue ein wesentlicher Aspekt ist. Es ist unvorstellbar, dass ein Übersetzer sich bei der Übersetzung von Patenten, Leistungsverzeichnissen oder Gebrauchsanweisungen gewisse Freiheiten erlaubt.

Sind Übersetzungen unumgänglich ?

Man kann die Frage nicht anders als mit einem klaren « Ja » beantworten ! Unsere Welt ist ohne Übersetzungen einfach nicht vorstellbar.... Wie könnte man ohne Übersetzungen je eine andere Kultur verstehen ? Wie z.B. könnte der Handel ohne Überseztungen funktionieren ?

Aber auch in der Literatur sind Übersetzungen unentbehrlich, wo sie sich, so sagte es Goethe, in den Rahmen der « Weltlietratur » integrieren und uns so einen gewissen Zugang für das Andere, für andere Kulturen, für den Anderen... ermöglichen.

Sind Übersetzungen teuer ?

 

Oft denkt man sofort, dass Übersetzungen teuer sind...

Wissen Sie aber eigentlich, wieviel Zeit ein dieser Bezeichnung würdiger Übersetzer mit der Übersetzung eines Textes verbringt ?

Es ist unvorstellbar, dass Sie als Kunde einen von Hand geschriebene, mit Fehlern gespickte und aus einem falsch verstandenen und schlecht bearbeiteten Originaltext hervorgegangene Übersetzung akzeptieren.

Also braucht der Übersetzer zu allererst einmal die notwendige technische Ausrüstung (die ihren gewissen Preis hat...), er braucht weiterhin eine gewisse Zeit, um den Originaltext zu lesen und zu verstehen und um ihn in eine andere Sprache zu übertragen... und diese Arbeit wird vor Abgabe noch ein letztes Mal korrigiert. Diese Gesamtarbeit kann unmöglich innerhalb von 5 Minuten erledigt werden. Und Zeit ist bekanntlich Geld..., sodass diese Arbeit ihren gewissen Preis hat !

 

Zum Thema der Bezahlung von Literaturübersetzern schlage ich Ihnen einen Artikel der Journalistin und Autorin Susanne Mayer aus der Wochenzeitschrift Die Zeit Nr. 41 vom 01.10.2008

 

1. OSEKI-DÉPRÉ, Ines, Théories et pratiques de la traduction littéraire, Paris, Armand Collin, 1999, p. 105